Man kann es nicht hör’n,
man kann es nicht seh’n,
es tut oft weh und es ist doch schön,
es ist kein Wein, doch es geht in Blut,
und es tut, es tut so gut.
Es ist kein Gold, doch es macht reich,
ein Herz aus Eisen wird davon weich,
es ist kein Feu­er, aber es brennt,
sag mir, wie man das nennt!“

~Pao­la Felix mit „Der Teu­fel und der jun­ge Mann“

Lass uns heu­te gemein­sam auf ein gro­ßes Geheim­nis ein­ge­hen. Uns auf die Spu­ren­su­che nach der Lie­be machen. Sie von allen Sei­ten beleuch­ten und her­aus­fin­den, was unser eige­nes Herz ist. Wenn Du jetzt aller­dings eine Anlei­tung erwar­test, wie Du lie­ben sollst und eine ernst­haf­te Bezie­hung zu Dei­nem Her­zen auf­baust, muss ich Dich ent­täu­schen. Und auch, wenn Du eine schritt­wei­se Erklä­rung haben möch­test, wie Du Lie­be lebst, wer­de ich Dei­ne Erwar­tun­gen nicht erfül­len kön­nen.

Also bege­ben wir uns nun auf die Fähr­te der Lie­be.
Wenn wir mal rein nach der Defi­ni­ti­on gehen, fin­det man Aus­sa­gen, die in einem „Ange­zo­gen­sein“ mün­den. Lie­be sei ein star­kes Gefühl von Zunei­gung einem ande­ren Men­schen gegen­über.
Wenn wir es rein bei die­sem Aspekt belas­sen, ist das die Wahr­heit.

Aber ist das schon alles?

Lie­be auf eine Defi­ni­ti­on zu beschrän­ken, ist so unsin­nig.
In unse­rem Kör­per lau­fen vie­le Pro­zes­se ab, wenn es um das The­ma Lie­be geht: che­mi­sche Abläu­fe und unzäh­li­ge Hor­mon­aus­schüt­tun­gen. Alles lässt sich wis­sen­schaft­lich bele­gen und bewei­sen, war­um es sich so und nicht anders anfühlt.
Aber was füh­len wir eigent­lich?

Was, wenn es einen Fluss, einen rei­ßen­den Strom in uns gibt, dem wir uns hin­ge­ben und unse­re abso­lu­te Bereit­schaft in sei­nen Dienst stel­len kön­nen? Alles, was es dafür bedarf, ist die Ent­schei­dung, die­ses Wag­nis ein­zu­ge­hen und das Herz zu öff­nen. Und es ist kein Pro­blem, das Herz offen zu hal­ten. Es braucht nur die Erlaub­nis, dass es so sein darf. Kei­ner­lei Vor­keh­run­gen sind dafür nötig. Nichts, was Du noch ver­ar­bei­ten oder Dir anschau­en musst.
Wer kann Dir bes­ser zei­gen, was Lie­be ist, als Dein eige­nes Herz?
Als jemand, der Dir gegen­über­sitzt und nichts als Dein wah­res und offe­nes Herz reprä­sen­tiert? Manch­mal brau­chen wir so jeman­dem im Außen, wenn uns etwas das Gefühl gibt, dass dort nur Cha­os in uns ist, wir die Rich­tung ver­lo­ren haben und uns alles weis­ma­chen möch­te, den Weg nicht zu ken­nen und alles dar­an falsch und gefähr­lich sei, das Herz zu öff­nen und zu ver­trau­en.
Wis­se, dass es jeder­zeit mög­lich ist, das eige­ne Herz zu öff­nen und auch das dei­nes Gegen­übers. Kei­ne Tech­nik ist nötig. Lass alles fal­len, was mit Wis­sen aus Büchern zu tun hat, die Dir eine Anlei­tung geben wol­len, wie man per­fekt liebt. Jedes Herz ist indi­vi­du­ell und doch haben sie nur das eine Ziel: Geöff­net und lie­be­voll in der Welt zu sein. Und dabei ist es egal, ob es der Natur der Frau ent­spricht, sich hin­ge­bungs­voll zu zei­gen oder der des Man­nes, bei dem es um die sofor­ti­ge Bereit­schaft geht, etwas zu tun.
Stell Dir eine Frau vor, die mit strah­len­den und leuch­ten­den Augen ihre Auf­ga­ben erle­digt. Wie sexy es ist, wenn sie sich bewegt und ein­fach das tut, was sie nun­mal gera­de macht und dabei ganz und gar in ihrer Hin­ga­be an etwas Höhe­res ist. Oder wie sie räumt, putzt, plant und sich dabei nicht nur auf sich selbst bezieht.
Und wie sieht es bei einem Mann aus?
Stell dir einen wah­ren Mann vor — ver­an­kert in sei­ner Kraft, sich mit sei­ner gan­zen Bereit­schaft in den Dienst von etwas stel­lend, was nicht auf sein eige­nes Wohl hin­deu­tet. Sein JA steht unge­bro­chen und sein Taten­drang sowie sei­ne Prä­senz kön­nen von nichts erschüt­tert wer­den.

Lass uns schau­en, wie sich Lie­be im Kör­per anfühlt. Nicht, was für ein Gedan­ken­kon­strukt sich bil­det, wie es sich anfüh­len müss­te oder soll­te, son­dern wie sie sich wirk­lich im Kör­per anfühlt.
Es ist eine Wei­te im Her­zen und ein Zer­sprin­gen in der gan­zen Brust. Ein Krib­beln im Bauch oder viel­leicht sogar ein Bren­nen, das sich immer wie­der aus­dehnt und den gan­zen Kör­per erfasst. Eine Gän­se­haut, die unse­ren gan­zen Kör­per erschau­dern lässt.
Und es ist nicht nur wun­der­voll. Es kann auch sehr, sehr schmerz­haft sein, in der Lie­be zu sein. Zu sehen, wie sich ande­re Men­schen weh tun. Zu sehen, wie wir alle immer wie­der zwi­schen­durch von Mus­tern beherrscht wer­den und aus dem Ego her­aus han­deln. Zu füh­len, wie Tie­re gequält wer­den und kei­ne Rück­sicht auf die Natur genom­men wird. Mit einem offe­nen Her­zen durch die Welt zu gehen, ist nicht immer nur schön und ange­nehm. Aber es ist die ein­zi­ge Mög­lich­keit, wirk­lich und wahr­haf­tig zu leben und zu lie­ben.
Schme­cke ein­mal den Geschmack von Frei­heit, dass durch Dich gehan­delt wird und Du nichts tun musst als Dei­nem Her­zen, Dei­nem Ruf zu fol­gen, Dich berüh­ren zu las­sen und berührt zu wer­den.

Und es ist eine ganz gewohn­te Reak­ti­on, einen Rück­zie­her zu machen und immer wie­der Offen­heit nicht zu wol­len. Es ist unse­re Gewohn­heit, unser ver­letz­li­ches Herz nicht zu geben und unse­re Lie­be an Bedin­gun­gen zu knüp­fen. Wir las­sen dann alle inne­ren Wäch­ter ansprin­gen und uns klar machen, dass es sehr, sehr, sehr gefähr­lich ist, zu lie­ben und dass es klü­ger ist, sein Herz bloß nicht so offen dar­zu­le­gen. Aber die­se so auto­ma­ti­sier­te Reak­ti­on ent­spricht nicht der Natur des Men­schen.
Wenn mal wie­der eine Situa­ti­on kommt, in der Du sagst „Da bin ich aus der Lie­be gefal­len“,
mach Dir klar, dass Du aus nichts fal­len kannst, was Du selbst bist. Lie­be fällt aus Lie­be her­aus? Wie soll das gehen?

Gib dem Leben einen Ver­trau­ens­vor­schuss!
Zeig Dei­nem Her­zen, dass Du Dich dar­auf ver­lässt, dass es Dich füh­ren wird.
Füh­le in Dei­ne Brust und in Dei­nen Bauch hin­ein, und wenn Du ehr­lich zu Dir selbst bist und das, was da ist, da sein lässt, ohne einen Ver­such es zu inter­pre­tie­ren, dann ist Dei­ne nächs­te Ent­schei­dung eigent­lich schon getrof­fen. Dann weißt Du, was zu tun ist und was Du las­sen soll­test.

Lie­be möch­te flie­ßen. Sie ist kein star­res Bild­nis. Sie ver­folgt kei­nen fest­ge­leg­ten Plan.
Hast Du den Mut?