Was Sie Dir wirk­lich sagen möch­te

Wenn Du ein Mann bist, ist das Ver­hal­ten Dei­ner Part­ne­rin wahr­schein­lich öfter ein Rät­sel für Dich. Das ist nicht schlimm oder wei­ter ver­wun­der­lich, denn wenn es Dir genau­so geht, dann bist Du in guter und gro­ßer Gesell­schaft:
Du gehörst schlicht zu den etwa 40 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung, die in die­sem Leben in einem männ­li­chen Kör­per lebt und über eine vor­wie­gend männ­li­che Essenz ver­fügt. Und für Män­ner mit einer männ­li­chen Essenz ist das Ver­hal­ten von Frau­en mit einer vor­wie­gend weib­li­chen Essenz nun mal oft ein Rät­sel. Was das Weib­li­che Dir wirk­lich sagen möch­te und wie Du damit umgehst, erfährst Du in die­sem Bei­trag.

Vor­ab möch­te ich Dich jedoch noch brie­fen — und hier­in steckt gleich­zei­tig das geball­te Destil­lat die­ses Arti­kels:

Alles, was Du hier und auch woan­ders jemals lesen kannst, wird immer nur die eine Hälf­te der Wahr­heit sein. Das Lesen und dar­über das Ver­ste­hen einer Sache, einer Frau oder ihres Ver­hal­tens ist ein arche­ty­pisch männ­li­cher Zugang zur Welt. Die­se Her­an­ge­hens­wei­se an die Welt schließt die Berech­ti­gung eines arche­ty­pisch weib­li­chen Zugangs zum Leben ten­den­zi­ell aus und das ist auch genau rich­tig so. Denn das Weib­li­che kann nicht inner­halb des Männ­li­chen erkannt wer­den.

Und Dei­ne Auf­ga­be in die­sem Spiel ist es, zu erken­nen, dass genau DU der Typ bist, der zwar das Männ­li­che ver­kör­pert, aber es nicht um sei­nes selbst Wil­len nutzt, son­dern dar­in nur ein mäch­ti­ges Tool erkennt.
Du wächst durch das Männ­li­che über das Männ­li­che hin­aus und umarmst mit des­sen Ener­gie das Weib­li­che und befreist damit auch die­ses von sei­ner Halb-Wahr­heit.
Du bist nicht Yin (weib­lich), Du bist nicht Yang (männ­lich). Du bist der Game­ch­an­ger, der Yin und Yang ver­eint.

 

Nun, warum solltest Du dann weiter etwas über das Männliche und das Weibliche lesen?

 

Das Lesen und dar­über auch das Ver­ste­hen einer Sache geschieht immer nur inner­halb der Yang-Qua­li­tät, der männ­li­chen Qua­li­tät. Es ist ein aus­schließ­lich männ­li­cher Zugang etwas über die Spra­che der Frau­en etwas ler­nen zu wol­len, indem man etwas dar­über liest und logi­sche Zusam­men­hän­ge dazu ver­steht und sich her­lei­tet. Den­noch ist es wich­tig, genau das zu tun, denn es stärkt Dein Yang.

Schließ­lich ist Dein Yang so gestärkt und rand­voll gefüllt, dass es bereit ist, über sich selbst hin­aus­zu­wach­sen, sich auf­zu­lö­sen und mit sei­ner Ener­gie das Yin mit­zu­rei­ßen und zusam­men mit ihm in der Lie­be zu ver­sin­ken.

So kann sich jedes ‘zicki­ge’, unver­ständ­li­che oder unlo­gi­sche Ver­hal­ten Dei­ner Part­ne­rin Dir gegen­über wie ein Angriff gegen Dich anfüh­len. Aber in Wahr­heit ist es nur die ein­sei­tig-lahm­ge­leg­te männ­li­che Essenz in Dir, die ihr Ver­hal­ten als einen Angriff bewer­tet. Ihr Ver­hal­ten ist nur eine Ein­la­dung, auch der weib­li­chen Essenz, der zwei­ten Sei­te der Wahr­heit, ins Gesicht zu schau­en, die sich danach sehnt, von dem Männ­li­chen geliebt, mit­ge­ris­sen und befruch­tet zu wer­den.
Wir Män­ner müs­sen als Yang-Ver­tre­ter auf die­sem Pla­ne­ten also ein­fach nur damit begin­nen die Frau­en, als das zu sehen, was sie sind: Gött­li­che Ver­tre­ter der Yin-Ener­gie. Sie wol­len im Kern nicht weni­ger von uns als unser Erwa­chen.

Um Dir einen Ein­druck davon zu geben, was das im prak­ti­schen Bezie­hungs­le­ben zwi­schen zwei sich lie­ben­den Men­schen hei­ßen kann, lass mich ein paar Bei­spie­le — alles aus mei­nem Leben und dem in unse­rer Com­mu­ni­ty — mit Dir tei­len.

Stell Dir vor:
Du und Dei­ne Part­ne­rin leben vegetarisch/vegan und Dei­ne Part­ne­rin liegt krank im Bett. Sie hat nicht nur eine Erkäl­tung, son­dern wirk­lich eine kras­se Grip­pe. Sie sagt zu Dir: “Schatz, mach mir bit­te eine Hüh­ner­brü­he. Eine Hüh­ner­brü­he wird mich ganz sicher bald wie­der gesund machen.”

Wie Du viel­leicht ahnst: Es geht nicht wirk­lich um Huhn oder Sup­pe.

 

Es geht um die Wurst.

 

Es geht dar­um, ob sie Dir ver­trau­en kann oder nicht.

Was sie mit ihrer Bit­te tut, ist, dass sie Dich prüft. Sie prüft:
Bist Du ein Mann mit hohen Wer­ten? Bist Du ein Mann mit Rück­grat? Stehst Du sat­tel­fest in Dei­ner eige­nen Mis­si­on? Sie will Dei­ne Yang-Ener­gie füh­len.
Es ist ein Test.
Und sie wünscht sich nichts sehn­li­cher, als dass Du die­sen Test bestehst. Sie sagt — über­setzt für unser Män­ner­hirn:

Ich will, dass ich Dir ver­trau­en kann.
Zeig mir, dass Du mich liebst.
Zeig mir, dass ich mich bei Dir ganz fal­len las­sen kann.
Zeig mir, dass ich mich zu 100 % auf Dich ver­las­sen kann.
Steck all Dei­ne Bereit­schaft dem Leben zu die­nen in die­se Hüh­ner­sup­pe hin­ein und füh­re mich durch das Kochen die­ser Hüh­ner­sup­pe zu der Lie­be, die ich selbst bin, war und schon immer gewe­sen bin.”

Sie for­dert Dich auf zu erwa­chen — jetzt und hier. Sie sagt:
Lass Dei­ne Vor­stel­lun­gen über gut oder schlecht, vegan oder nicht, schwarz oder weiß fal­len und sei mehr für mich da, als für Dei­ne Plä­ne und Kon­zep­te vom Leben. Sei für das Leben da.
Es ist ihre hei­li­ge Mis­si­on, Dich so zu prü­fen, Dir alles weg­zu­neh­men und Dir die Mög­lich­keit zu geben, Dich auf das wah­re Leben ein­zu­schwö­ren.

Und viel­leicht möch­te sie wirk­lich eine Hüh­ner­sup­pe oder even­tu­ell aber auch nicht, aber das ist nur in zwei­ter Linie die Fra­ge. In ers­ter Linie möch­te sie genau das: Sie möch­te füh­len kön­nen, dass Du bei ihr bist. Sie möch­te füh­len, dass Du bereit bist. Sie möch­te spü­ren, dass Du bereit bist alles zu ver­ges­sen.

Es geht also nicht um eine inhalt­li­che Infor­ma­ti­on, was Du kon­kret tun sollst. Son­dern es geht dar­um, dass Du ganz an IHRER Sei­te stehst. Ihr: der mensch­lich-gött­li­chen Ver­kör­pe­rung der Yin-Ener­gie.
Und was Du dann tat­säch­lich umsetzt: Da hast Du dann ver­schie­de­ne Hand­lungs­op­tio­nen: Du könn­test ihr das bes­te und schöns­te Deme­ter-Bio-Huhn kau­fen, das Du fin­den kannst und ihr mit Dei­nem gan­zen Her­zen eine Hüh­ner­sup­pe vol­ler Lie­be zau­bern. Oder Du könn­test ihr eine rich­tig gesun­de Gemü­se­sup­pe kochen und ihr ein vega­nes Seit­an-Filet­stück eines Hähn­chens anbra­ten, ihr das ser­vie­ren und mit ihr dazu rumal­bern.
Sie will ein­fach nur füh­len, dass Du für sie da bist — dass Du für das Leben bereit bist, dass Du für das Weib­li­che da bist — und dass Du dabei Dein Rück­grat nicht ver­gisst. Und wenn sie das füh­len kann, dann ist es egal, was Du tust. Du hast wahr­schein­lich dann noch 9998 wei­te­re Hand­lungs­op­tio­nen. Be crea­ti­ve, man!

Oder fol­gen­de Situa­ti­on:
Ich ste­he mit mei­ner Freun­din im Super­markt am Kas­sen­band. Wir räu­men den Ein­kaufs­wa­gen leer und legen alles auf das Kas­sen­band. Auf dem Ein­kaufs­zet­tel ste­hen neben guten und wert­vol­len Lebens­mit­ten auch aus mei­ner Sicht unge­sun­de, über­teu­er­te Pro­duk­te wie etli­che Soja­jo­ghurts und vega­ne Wurst- und Käse­auf­schnit­te, die nur aus Zusatz­stof­fen bestehen. Als ich beim Aus­räu­men des Wagens einen Soja­jo­ghurt lieb­los auf das Kas­sen­band wer­fe, schreit mei­ne Freun­din mich plötz­lich an:

Bin ich hier mit einem klei­nen Jun­gen ein­kau­fen, der mit sei­ner Mut­ter ein­kau­fen geht oder was?”. Und ich den­ke erst so “Okay” und füh­le den Schmerz, den ihre Wor­te in mir aus­lö­sen. Ich war ein­fach nicht wach.

Von außen könn­te man in die­sem Moment sagen, sie stellt mich bloß, macht mich vor ande­ren Men­schen lächer­lich oder han­delt völ­lig über­trie­ben. Aber so wirst Du nur auf die Situa­ti­on schau­en, wenn Du aus einer Sicht der rela­ti­ven Din­ge auf sie blickst und nicht an wah­rer, authen­ti­scher Trans­for­ma­ti­on inter­es­siert bist. Denn was sie in die­sem Moment eigent­lich — über­setzt für uns Män­ner — sagt, ist:

Höre auf den jet­zi­gen Moment abzu­leh­nen, weil Du denkst, dass er anders sein müss­te. Dass wir etwas ande­res ein­kau­fen soll­ten. Nut­ze das nicht, um der Welt zu ent­flie­hen, aus­zu­wei­chen und sie als einen lus­ti­gen Witz abzu­tun. Die­se Welt ist voll­kom­men real. Sei ein erwach­se­ner, wacher Mann und nicht ein klei­ner Jun­ge, der kei­nen Bock auf die Welt hat und am liebs­ten wie­der in den Mut­ter­bauch zurück­krie­gen möch­te, weil die Welt zu viel für ihn ist und nicht nach sei­nem logisch-aus­ge­dach­ten Ablauf­plan abläuft. Über­nimm Ver­ant­wor­tung für die­se Welt und das was vor Dei­ner Nase liegt”.

Mei­ne Bei­spie­le und all mei­ne Wor­te kön­nen natür­li­cher­wei­se nur eine Annä­he­rung an die Wahr­heit sein. Aber uns damit zu beschäf­ti­gen und das Wis­sen und zunächst auch nur das ratio­na­le Ver­ste­hen der Natur des Weib­li­chen immer in unse­rem Reper­toire bereit­zu­hal­ten, kann uns Män­nern auf dem Pfad des Sacred Men als Leucht­tür­me die­nen, um auf Kurs zu blei­ben.

Als Erfor­scher und Autor für Sacred Men bin ich sel­ber immer auch Ler­nen­der und freue mich, wenn mei­ne Erfah­run­gen für Dich ein sol­cher Leucht­turm sein kön­nen.