Sagen wir es doch, wie es ist: ohne Frau­en wür­den wir Män­ner ent­spannt aus­ster­ben. Im letz­ten Blog habe ich beschrie­ben, wie wir Män­ner uns ent­span­nen, wenn wir unter uns sind und sofort eri­gie­ren, sobald eine Frau dazu kommt. Ja, sooo ist das. Plötz­lich gibt es wie­der etwas zu erobern, zu befruch­ten, zu beein­dru­cken, jemand, der mei­ne mas­ku­li­ne Prä­senz anzie­hend fin­det.

Was sich erst­mal pri­mi­tiv anhö­ren mag, ist das Urspiel des Mas­ku­li­nen und Femi­ni­nen. Öff­nen und geöff­net wer­den, befruch­ten und befruch­tet wer­den, durch­drin­gen und hin­ge­ben. Die­se hei­li­ge Pola­ri­tät ist alles ande­re als pri­mi­tiv, sie ist sexy, jui­cy, wun­der­schön und eine Säu­le für eine gesun­de Bezie­hung. Allein unse­re Aus­drucks­for­men des­sen, wie über­trie­be­nes Macho- oder Diven­ge­ha­be, sind manch­mal etwas, sagen wir „ver­al­tet“ 😉
Frau­en reprä­sen­tie­ren also auch immer das Femi­ni­ne an sich. Wenn Du mit einer tie­fen, wahr­haf­ti­gen Bezie­hung zu einer Frau über­for­dert bist, ist die Wahr­schein­lich­keit sehr hoch, dass Du auch gene­rell von der Fül­le des Lebens über­for­dert bist. Hef­tig, oder?

Hier kommt eine Chal­len­ge für Dich, Mann: Wenn Dich das nächs­te Mal Dei­ne Frau ohne Punkt und Kom­ma voll­quatscht oder emo­tio­nal total über­häuft, wenn sie das nächs­te Mal aus­ras­tet, BLEIBE DA, SEI PRÄSENT. Es ist nicht nur „Dei­ne“ Frau, son­dern das Leben selbst. Die Fül­le an sich steht vor Dir und will nur eines von Dir wis­sen: LIEBST DU MICH? Oder anders: Bist Du bei mir? Kannst Du mich auch hal­ten, wenn ich mich gera­de ver­lie­re? Bemer­ke die sub­ti­le Ten­denz in Dir, Dich zurück­zu­zie­hen, die Über­for­de­rung, die Gleich­gül­tig­keit, die Wut, den Hass. Hei­ße alles in Dir will­kom­men und BLEIBE DA. Was sich erst­mal sehr inten­siv und per­sön­lich anfühlt, hat wirk­lich gar nicht so viel mit Dir zu tun. Schau Dich mal um. Schau Dir dei­nen Vater, Dei­nen Groß­va­ter, Dei­ne Kum­pels an. Sie alle ken­nen die­se Gefüh­le, sie alle han­deln nach die­sen Mus­tern, so wie vie­le Genera­tio­nen vor ihnen. So wie eine Frau für das Femi­ni­ne und sei­ne Geschich­te steht, bist Du auch Reprä­sen­tant des Mas­ku­li­nen mit sei­ner gan­zen Geschich­te hin­ter Dir.
Ok, zuerst die gute oder die schlech­te Nach­richt? Die schlech­te Nach­richt: Obwohl Du nichts dafür kannst, was Dei­ne Vor­fah­ren ver­bockt haben, bist Du nun ver­ant­wort­lich dafür. Die gute Nach­richt: Wenn Du die Ver­ant­wor­tung voll­stän­dig annimmst, kannst DU die­se alten, lang­wei­li­gen und schmerz­haf­ten Mus­ter end­lich durch­bre­chen!

Um wirk­lich durch­zu­bre­chen, musst Du fol­gen­de Pil­le schlu­cken: Der für mich bis heu­te hef­tigs­te Män­ner-EGO­KIL­LER den es gibt. Bereit? Du bist zu 100% ver­ant­wort­lich für Dei­ne Bezie­hung. Noch­mal: Du bist zu HUNDERT PROZENT ver­ant­wort­lich für Dei­ne Bezie­hung.
In Zuge der Eman­zi­pie­rung der Moder­ne und Post­mo­der­ne ist man irgend­wie dazu über­ge­gan­gen, sich auf 50/50 zu eini­gen. „Du bist ja auch nicht ganz unschul­dig, Du hast auch Dei­nen Teil dazu bei­getra­gen!“ Aber das schnei­det uns Män­nern echt die Eier ab und zwängt Frau­en häu­fig in die Ver­här­tung. Wie hört sich das für Dich an: „Ja, ich über­neh­me ein biss­chen Ver­ant­wor­tung“??? WOW, wie kraft­voll und umwer­fend 😉 Da regt sich bei mir als Mann gar nichts und sehr über­zeu­gend und prä­sent wirkt das auf Frau­en auch nicht, oder?

Stell Dir vor, Du hast Dich mit Dei­ner Part­ne­rin gestrit­ten. Ihr habt bei­de alles gege­ben. Da sitzt Ihr nun ernüch­tert, ver­schlos­sen und leckt eure Wun­den. Du gehst zu ihr rüber und sagst: …
Move 1: „Schatz, ich habe noch­mal nach­ge­dacht. Du hast wirk­lich ein fet­tes Vater­the­ma, es ist kein Wun­der, dass Du immer so hef­tig reagierst. Ich habe da echt Mit­ge­fühl mit Dir, willst Du noch­mal dar­über spre­chen?“
Move 2: „Liebs­te, es tut mir Leid. Es tut mir Leid, dass ich vor­hin so hart und fies zu Dir war und Du Dich des­we­gen ver­schlies­sen muss­test. Ich könn­te jetzt 1000 Grün­de nen­nen, aber das ist egal, ich war ein­fach nicht prä­sent. Bit­te ver­zeih mir!“

Was glaubst Du, führt zu einem offe­nen Her­zen?

Bei 1. ver­su­chen wir uns aus der Affä­re zu zie­hen. Wir ana­ly­sie­ren und suchen den Feh­ler bei unse­rer Frau. Das macht Euch bei­de klein und wenn Du es immer wie­der tust, wird sie Dich irgend­wann unbe­wusst oder bewusst nicht mehr respek­tie­ren. Ein Mann der Feh­ler bei ande­ren sucht, ist nicht ver­trau­ens­wür­dig. Eines Tages ist sie plötz­lich weg oder hat einen ande­ren. Bei so einem Typen wür­de ich auch nicht mei­nen Kopf an die Schul­ter anleh­nen wol­len. Macht Sinn, oder?
Im 2. Move über­nimmst Du 100% Ver­ant­wor­tung. Kei­ne Grün­de, kei­ne Aus­re­den. Du gibst Dei­ne Unbe­wusst­heit ein­fach zu. Woher Du weißt, dass Du unbe­wusst warst? Wärst Du bewusst gewe­sen, hät­tet Ihr Euch nicht gestrit­ten. Die­se ele­gan­te Vari­an­te stärkt Dich und öff­net sie. Dar­auf könnt Ihr auf­bau­en.

Wir Män­ner glau­ben häu­fig, wenn wir unse­re Frau­en noch bes­ser ana­ly­sie­ren und ihr das dann noch mit­tei­len, wird sie sich schon „bes­sern“. Einen Scheiß wird sie! So funk­tio­niert das Femi­ni­ne nicht. Es kann sogar sein, dass sie tat­säch­lich ein „fet­tes Vater­the­ma“ hat, aber das Femi­ni­ne wächst eben sel­ten durch Kon­fron­ta­ti­on. (Die­ser Text ist z.B. eine Kon­fron­ta­ti­on an uns Män­ner, so wach­sen wir!) Das Femi­ni­ne wächst durch Lie­be und Wert­schät­zung und vor allem wächst es nicht so pro­por­tio­nal-gera­de­aus wie wir das manch­mal ger­ne hät­ten.

Nur um das klar zu stel­len: natür­lich ist jede Frau voll­stän­dig und zu 100% für sich selbst ver­ant­wort­lich, für ihr inne­res Kind, ihr Trau­ma. Ein frei­er, erwach­se­ner Mensch, der tun und las­sen kann, was er will. Aber ich als Mann über­neh­me Ownership für ALLES was UNS, was die Bezie­hung betrifft. Unse­rer Erfah­rung nach, kön­nen Frau­en ihr femi­ni­nes, strah­len­des und offe­nes Herz der Welt dar­bie­ten, wenn sie das Gefühl haben, ein­fach so sein zu dür­fen, wie sie gera­de sind und ich den Raum schüt­zend dafür schaf­fe und hal­te.

Abschlies­send noch ein paar Wor­te zur Fair­ness. Ich habe häu­fig Stim­men in mir und höre ande­re Män­ner, die sagen: „Alter, das ist ein­fach nicht fair, immer bist Du an allem Schuld, was ist eigent­lich mit ihr, was ist mit ihren The­men?“ Hier kommt wie­der unse­re Gemein­schaft ins Spiel oder es kön­nen auch gute Freun­de sein, den ihr Euch anver­traut. Ganz kurz gesagt: Ich bin dafür ver­ant­wort­lich, mei­ne Frau zu lie­ben und zu öff­nen, um den Rest küm­mert sich die Sangha, die Gemein­schaft. Ich kann nur jedem stärks­tens emp­feh­len, Bezie­hungs-Kon­flik­te nicht in einem 2er Set­ting zu klä­ren. Das geht zu oft nach hin­ten los. Besprecht Euch im Bei­sein von lie­ben Men­schen oder die Frau ist unter ihren Schwes­tern, der Mann unter Brü­dern. Dort kön­nen wir uns der 3. Säu­le, dem Sacred Trau­ma zuwen­den, hier könnt Ihr in die Tie­fe gehen, Schat­ten und Ängs­te beleuch­ten und dann wie­der offen, lie­be­voll, geklärt auf­ein­an­der zuge­hen.

Nun nach den Basics, wer­de ich im 3. Blog dar­über schrei­ben, wie eine Bezie­hung zu einer gött­li­chen und hei­li­gen Bezie­hung wer­den kann und wie wir letzt­end­lich auch unser Mann und Frau­sein hin­ter uns las­sen müs­sen.