Das imma­nen­te, mensch­li­che Ich wur­zelt in den schüt­zen­den Wir-Gren­zen von Kul­tur, Her­kunft, Geschlecht und Reli­gi­on. 

Das mensch­li­che Ich ist von Natur aus ein iden­ti­tä­res Ich. Man ist jemand und nicht jemand ande­res. Und man ver­traut sei­nen eige­nen Leu­ten mehr als den Frem­den. 

Die­se nor­ma­le und wesen­haf­te Iden­ti­tät ist eine natür­li­che Brü­cke, ja ein ele­gan­tes För­der­band zu dem tran­szen­den­ten, geis­ti­gen Ich. Die­ses Ich ist frei von Eigen­schaf­ten, man ist nie­mand — auch nie­mand ande­res: Eins in Gott. 

Alles ist sehr gut erschaf­fen so. Was für eine kos­mi­sche Per­fek­ti­on! So vie­les hat sich bewährt. So auch die Füh­rung durch authen­ti­sche  Mensch­heits­leh­rer, die uns vom Geis­ti­gen im Men­schen­we­sen zum Geis­ti­gen im Welt­all füh­ren. 

Das Wesen des iden­tiä­ren Ich’s strebt orga­nisch zu immer höhe­rer Ein­heit mit ande­ren Wesen und inte­griert ganz all­mäh­lich immer grö­ße­re Kom­ple­xi­tä­ten: Von der Ego­zen­trik, zur Kos­mo­zen­trik. Aber gera­de nicht dadurch, dass Gren­zen geleug­net und Hier­ar­chien platt gemacht wer­den. Son­dern dadurch, dass sie beschützt und gewür­digt wer­den. 

Gren­zen wer­den orga­nisch tran­szen­diert und inte­griert — nicht ideo­lo­gisch geleug­net und über­rannt. Das Ein­zig­ar­ti­ge der ein­zel­nen Völ­ker, Fami­li­en und Indi­vi­du­en, nicht der Ein­heits­brei der Glo­ba­lis­ten, macht uns zu einer bun­ten Welt. Bunt­heit braucht Gren­zen. Misch­masch in einem Topf dege­ne­riert zu brau­ner Soße, anstatt dass es aus dem Pris­ma zu rei­nem Licht auf­steigt. 

Alles könn­te sehr gut sein. Als hät­te ein sehr freund­li­cher Schöp­fer alles erschaf­fen: Denn durch die­se Gren­zen, Ungleich­hei­ten und Pola­ri­tä­ten, wird die Suche nach Ein­heits­er­fah­rung eine wah­re Lus­terfah­rung. Wenn zwei Mün­der sich küs­sen, schließt sich der Kreis. Wo ist der Anfang, wo das Ende? Gott ist mehr ein lachen­der Tan­tra­meis­ter als ein woker Welt­ver­bes­se­rer der Clowns­welt. 

Denn was macht die Clowns­welt dar­aus? Dort wur­zelt und west das Ich nicht im Urver­trau­en einer schick­sal­haf­ten Iden­ti­tät und Gemein­schaft. Nein, das zwang­haft dekon­stru­ier­te und neu­ro­tisch gepäp­pel­te Ich ver­sumpft und ver­west im Opfer­sta­tus. 

Viel­leicht ster­ben die­je­ni­gen, die als Haupt­ver­ur­sa­cher die­ser infa­men Ver­schwö­rung aus­ge­macht wer­den tat­säch­lich aus: So Typen wie ich. Kann schon sein, dass ich ein Mann von Ges­tern bin. Aber: Noch bin ich da.

Die Clowns­welt hasst zwei Din­ge: Iden­ti­tät und Frei­heit. Aber der ganz gif­ti­ge Hass gilt schließ­lich vor allem Gott. 

Iden­ti­tät ist ein Geschenk Got­tes. Gott pflanzt uns absichts­voll in eine Ahnen­rei­he: „Du bist nie­mand ande­res und Du bist nicht woan­ders.“ 

So wahr wir alle EINS sind, so wahr dif­fe­ren­zie­ren wir uns arche­ty­pisch durch unse­re Zeu­gung und Geburt: Aus der Ein­heit zuerst in die Zwei­heit der Geschlech­ter, dann in Drei­heit von Vater, Mut­ter, Kind, dann ins „vier­te Glied“ der Groß­el­tern. Aus die­ser Ahnen­rei­he her­aus wur­zelt unse­re See­le im Volks­geist und fin­det im Kul­tur- und Schick­sals­krei­se eine Iden­ti­tät. 

Es ist ein gro­ßes Wun­der: Wir sind alle das Eine und doch als Indi­vi­dua­li­tät und Gemein­schaft auch ein­zig­ar­tig: Wir sind jemand Bestimm­tes. Es ist unse­re Bestim­mung. Wir fin­den uns hin­ein­ge­stellt in einen Plu­ra­lis­mus der Iden­ti­tä­ten. 

Gott schenkt uns das Eige­ne: Das Eige­ne, das sich ganz natür­lich gegen das Frem­de abgrenzt und so auch sein Wesen und sei­ne Wür­de — sei­ne Eigen­art — bewahrt.

Ein Kris­tall ist kei­ne Rose.

Eine Rose ist kein Hirsch.

Ein Hirsch ist kein Mensch.

Ein Mann ist kei­ne Frau. 

Ein Chi­ne­se ist kein Schwe­de. 

7 ist nicht 42 

Rechts ist nicht Links

Du bist Du und nicht der Andere.

Goe­the mahnt uns: Bewahrt die Gren­zen die­ser Din­ge, Phä­no­me­ne und Ur-Phä­no­me­ne. Hal­tet inne an den Gren­zen der Din­ge, so wer­det ihr das eigent­li­che Wesen schau­en. 

Wer die Phä­no­me­ne aber ent­grenzt, ana­ly­siert, dekon­stru­iert, abs­tra­hiert und theo­re­ti­siert, der leug­net, der pul­ve­ri­siert, ver­manscht und tötet so die Din­ge und die Wesen und leben­di­gen For­men — die alle­samt in der Ein­heit Got­tes sind. Als die Vie­len. 

Lie­ben sol­len wir die Welt, so wie sie ist — nur so spricht sie zu uns! Nur so kann sie uns erzäh­len, wie sie sich leben­dig wan­deln und wie sie bewahrt wer­den will. 

Und da ist das pola­re Gegen­stück zur Iden­ti­tät (nicht das Gegen­teil): Die Frei­heit. Die Frei­heit, als die radi­kals­te Ener­gie des selbst­be­wuss­ten Men­schen und der selbst­be­stimm­ten Gemein­schaft: Wir sind freie Men­schen, wären wir auch in Ket­ten gebo­ren. Die Frei­heit ist das unge­heu­ers­te, was einem Men­schen von Gott ein­ge­räumt ist. 

Die Clowns­welt hasst die­se radi­ka­le Frei­heit, die uns Gott und nie­mand sonst gibt oder nimmt. Die Clowns­welt hat dar­um eine Ideo­lo­gie-Maschi­ne erschaf­fen, die den Men­schen auto­ma­tisch ver­sklavt. 

Und jetzt rächt sich bit­ter, wer sei­ne ech­te Iden­ti­tät nicht fühlt: Denn die Gott gege­be­ne Frei­heit kann nur dem gestoh­len wer­den, der sei­ne iden­ti­tä­ren Wur­zeln ver­leug­net. Wer kei­ne Iden­ti­tät hat, dem ver­kauft die Ideo­lo­gie-Maschi­ne die per­fek­te Simu­la­ti­on eines Schick­sal und einer Iden­ti­tät. 

Die Ideo­lo­gie-Maschi­ne infi­ziert uns dafür mit der Dro­ge der Täter-Opfer-Ideo­lo­gie. Die Ideo­lo­gie-Maschi­ne benutzt dafür die ver­sie­gel­te Trau­ma­en­er­gie von ech­ten Tätern und ech­ten Opfern, die nicht zur Hei­lung gekom­men ist. 

Die Opfer-Ideo­lo­gie gau­kelt uns vor, wir sei­en Opfer des Welt­ge­sche­hens, nur weil es uns auch mal schei­ße geht, wir unglück­lich sind und die Din­ge nicht nach unse­ren Vor­stel­lun­gen lau­fen. Aber sieh es doch mal so: War­um pas­siert das gera­de dir — oder dir — oder mir? Ja, war­um denn nicht? Die Evo­lu­ti­on des gan­zen Uni­ver­sum ist seit 14 Mil­li­ar­den Jah­ren ein gewalt­sa­mes, umwäl­zen­des, ohren­be­täu­ben­des und bestimmt nicht „fai­res“ Aben­teu­er vol­ler wil­der Gefah­ren. War­um soll­te aus­ge­rech­net Dein oder mein Leben davon aus­ge­nom­men sein? 

Es mutiert eine Opfer-Iden­ti­fi­ka­ti­on her­an, anstel­le einer wesen­haf­ten Iden­ti­tät. 

Der Täter-Kult, der Dir erzählt, dass allei­ne Dei­ne Zuge­hö­rig­keit zu einem Geschlecht, einem Volk, einer Genera­ti­on oder einer Welt­an­schau­ung Dich zum Täter macht. Das ist Kult-Schuld-Bull­shit. Du bist so, weil Gott dich so und hier woll­te. Der Schuld-Kult macht uns hys­te­risch und wir ver­ges­sen dabei, dass wir nur in SEINER Schuld ste­hen. Und das Löse­geld ist der Glau­be an IHN. Er ist Lie­be. 

Es mutiert eine Täter-Iden­ti­fi­ka­ti­on her­an, anstel­le einer wesen­haf­ten Iden­ti­tät. 

Die Täter-Opfer-Maschi­ne macht uns zu lächer­li­chen Skla­ven einer lächer­li­chen Gaga-Clowns­welt mit simu­lier­ten Pro­ble­men und simu­lier­ten Lösun­gen, die neue Pro­ble­me simu­lie­ren. 

Die Ideo­lo­gie-Maschi­ne ist im Grun­de eine Such-Maschi­ne: Sie will den Modus des ner­vö­sen Suchens (nach der Wahr­heit) zum Modus des hys­te­ri­schen Suchens (nach Opfern und Tätern) stei­gern. In der Tie­fe geht es dar­um, die Such-Maschi­ne in Gang zu hal­ten: Denn im Suchen sind wir qua Defi­ni­ti­on nicht ange­kom­men. Im ganz nor­ma­len und auch hei­li­gen Hier und Jetzt — der Gegen­wart des Got­tes­geis­tes. 

Dar­um aber hasst die Clowns­welt Gott ganz beson­ders: Weil sie Gott nicht will! Dar­um! Gott ist Ein­heit in und durch und als alles. Es gibt nur Gott. Zugleich dis­kri­mi­niert sich Gott lust­voll selbst. Dis­kri­mi­nie­rung bedeu­tet wört­lich: „tren­nen, abson­dern, abgren­zen, unter­schei­den“. Durch Dis­kri­mi­nie­rung erschafft er die Welt. Alles könn­te so schön sein. 

Denn Gott ist zugleich ein alles umar­men­der und ein alles dis­kri­mi­nie­ren­der Gott — als das Eine durch die Vie­len. 

Gott gibt sich selbst als unend­lich intel­li­gen­te und sich selbst tran­szen­die­ren­de und sich selbst inte­grie­ren­de Schöp­fung hin. Die­se Schöp­fung ist in sich und aus sich her­aus ein freund­li­cher Ort. 

Gott erweist sich als abso­lut all­mäch­ti­ger Vater. Aber er ver­langt von sei­nen Kin­dern kein kru­des Zeugs. Nichts als Unter­wer­fung unter sei­ne Macht ist sein wohl­mei­nen­der Wil­le — und das ist das aller, aller­schöns­te: Denn sei­ne Macht ist Lie­be. Und wenn wir uns IHM hin­ge­ben, ist SEINE Lie­be unser Schick­sal. Und unse­re Hin­ga­be ist Befrei­ung. 

Wer sei­ne Iden­ti­tät begrüßt, ist demü­tig stolz dar­auf, wer er ist und wer er nicht ist: Gott meint uns so und nicht anders. Wer sein Schick­sal annimmt, löst sich vom Alb­traum der Ideo­lo­gie-Maschi­ne und fühlt die Flü­gel der Frei­heit. 

Und hier ist die Gna­de: Wer radi­kal zu sich selbst steht und wer gleich­zei­tig abso­lut frei von sich selbst ist und dar­in dem leben­di­gen Gott zuge­wandt — der sucht nicht mehr und der fin­det nicht mehr und ist in SEINER Lie­be. 

Wo kein Suchen und kein Fin­den mehr ist, aber der leben­di­ge Gott, da ist Frie­de: Kei­ne grin­sen­de Mas­ke. Ein Lächeln im Wind.