Du sollst dir kein Bild­nis noch irgend ein Gleich­nis machen, weder des, das oben im Him­mel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Was­ser unter der Erde ist. (2.Mose 20:4)

Wer Gott auf der Nasen­spit­ze von Micky Maus nicht erken­nen kann, wird ihn auch nicht in „tief­grün­di­gen“ Pas­sa­gen der Bibel oder in baro­cken Kir­chen in aller Stil­le bei Ker­zen­schein erken­nen. Wer Gott nicht hin­ter der Aldi­kas­se sieht, dem kann es schnell pas­sie­ren, dass er einen Ham­mer in sei­ner Hand wie­der­fin­det, bereit, Jesus erneut ans Kreuz zu nageln, ohne genau hin­zu­schau­en, statt ein­fach wach zu erken­nen, was da ist!

Wer Allah nicht in Krish­na sieht, wer Bud­dha nicht in Jesus erkennt und wer Gott nicht in Micky Maus wie­der­fin­det, der hat sich ein Bild­nis gemacht, wenn auch nur ein Inne­res. Die Bibel­stel­le aus der Berg­pre­digt, ist kein Gesetz mit erho­be­nem Zei­ge­fin­ger, es ist ein Hin­weis, genau hin­zu­schau­en und sich nicht inner­halb von in Stein gemei­ßel­ten Dog­men und Glau­bens­sät­zen zu bewe­gen. Ansons­ten zwingt man Got­tes Grö­ße in ein Zwangs­kor­sett, wor­in er ein­fach kei­nen Platz hat. Got­tes Geset­ze der Bibel oder im Koran sind wahr, sie sind nichts als die Wahr­heit, aber den­noch gilt (bzw. noch mehr), was sich immer wie­der in die­sem Moment als Wahr­heit offen­bart. In der Berg­pre­digt fin­det sich das in den Wor­ten: „Ich aber sage euch…!“ wie­der. Ja, es ist nie­der­ge­schrie­ben, ich aber sage euch.

Die Wahr­heit denkt nicht in entweder/oder. Die Wahr­heit ist ein Fluß, der sich in jedem Moment anders zeigt und offen­bart. Das Leben befin­det sich zu jedem Zeit­punkt an einer ande­ren Stel­le, und die Wahr­heit ver­än­dert sich mit der Zeit, obwohl sie an sich immer die Glei­che ist. Nur unser Ver­stand will binä­re Zustän­de. Ent­we­der eine 1 oder eine 0. Ja, aber in der Bibel steht… Nein, nicht was in der Bibel steht, son­dern das, was sich gera­de hier zeigt, ist es wohin du schau­en und wonach du han­deln sollst. Wer sich auf Nie­der­ge­schrie­be­nes redu­ziert, der erliegt der Gefahr, dass sich die Wahr­heit immer nur in der Ver­gan­gen­heit oder an bestimm­ten Stel­len befin­det, nicht aber im Hier und Jetzt! Das ist klein­lich, das, was das Gegen­teil von Grö­ße ist, Got­tes Grö­ße.

Nicht nur im Außen wird die­ser Feh­ler gemacht, auch in sich selbst. Eine der größ­ten Sün­den von vie­len Chris­ten ist, dass sie Chris­tus in sich selbst nicht erken­nen und die­sen, Tag für Tag, an ihr inne­res Kreuz nageln. Nur weil sie sich ein Bild gemacht haben und Chris­tus nur als jeman­den sehen, der sich im Außen befin­det und zudem bereits lan­ge ver­stor­ben ist.

Wir alle müs­sen uns die Fra­ge dop­pelt stel­len: “Wür­de ich Jesus Chris­tus (den Mes­si­as) erken­nen, wenn er vor mir stün­de?“ Zum Bei­spiel in der Form von Micky Maus, in Form eines alten Man­nes, in Form eines klei­nen Kin­des, oder als einen drei­bei­ni­gen Köter. Wür­de ein Christ Gott erken­nen, wenn er als Krish­na­de­vo­tee vor ihm ste­hen wür­de? Die­ser Gedan­ke ist unan­ge­nehm, denn er rüt­telt an so vie­lem, was wir als ein­zi­ge Wahr­heit aner­kannt haben, in dem wir ver­meint­li­ches Glück, aber vor allem Sicher­heit gefun­den haben.

Mei­ne Bot­schaft ist: Mach die Augen auf, denn die Wahr­heit klopft zu jeder Zeit an dei­ner Tür, als Micky Maus oder auch als Aldi­kas­sie­rer, sie sind Krish­na, sie sind Jesus, sie sind Bud­dha und Allah und es liegt an dir, sie zu erken­nen oder sie zu igno­rie­ren oder gar zu kreu­zi­gen. In jedem Moment erneut, kannst du dich für das Wah­re, Schö­ne und Gute ent­schei­den und selbst die Freu­de, Schön­heit und Lebens­en­er­gie Micky´s Nasen­spit­ze sein.